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v. re. nach li.: Herr Betz, Herr Schneider, Frau Dopplé, Herr Wenz (stellvertr. Vorsitzender), Herr Beck (1. Vorsitzender)

Im Mai 1921 wurde von der damaligen „Evangelisch-Lutherischen Freikirche“ eine „Kinderfreundgesellschaft“ gegründet, der heutige Trägerverein unserer Einrichtung. Diese konnte den ehemaligen „Sperlhof“ erwerben, ihn vollständig renovieren und zu einem Waisenheim ausbauen.
Bereits ein Jahr später wurde die erste diakonische Einrichtung der SELK (Selbstständig Evangelisch-Lutherischen Kirche) unter dem Namen „Waisenheim Sperlingshof“ eröffnet. Unter der Leitung von drei Diakonissen (die Geschwister Wunder) konnten schon bald 38 Kinder aufgenommen werden. Es war anfangs selbstverständlich, dass die Kinder bei der Selbstversorgung in Haus und Garten mithelfen mussten. Dazu gehörte auch die Eigenanfertigung und Reparatur der notwendigen Kleidung. In schweren Notzeiten konnte das Waisenheim nur durch die Opferbereitschaft unserer lutherischen Gemeinden überleben.
Als es im „Sperlhof“ zu eng wurde, enstand im Jahre 1959 als erster Neubau das Haus „Ottilie“. Neben Wohnraum für Kinder und Mitarbeiter wurde im hinteren Teil ein Kindergarten eingerichtet. Auf der Grundlage neuer Konzepte in der Jugendhilfe sollen die Kinder in familieähnlichen Gruppen unter fachlich qualifizierter Betreuung wohnen. Dafür wurden unter großen Opfern in den Jahren 1971 – 1974 fünf Gruppenhäuser gebaut, in denen jeweils eine Betreuerwohnung vorgesehen wurde. Aus dem ehemaligen Waisenhaus wurde nun das „Kinder- und Jugendheim Sperlingshof“. Ebenso wurde in dieser Zeit ein neues Verwaltungsgebäude mit entsprechenden Büroräumen, einem Speisesaaal, einer Großküche, einer Werkstatt, sowie Garagen und Wohnraum für Praktikanten gebaut.
Mit den sich verändernden Anforderungen unserer Gesellschaft sowie den sich ändernden Bedarfen unserer Kinder- und Jugendlichen hat sich der Sperlingshof bis zum heutigen Tag weiterentwickelt. Die Einrichtung ist heute ein Heilpädagogisches Kinder- und Jugendhilfezentrum mit einem therapeutischen und einem schulintegrativem Fachdienst. Eine Belegung weit über die Region hinaus, zeigt, dass sich der Sperlingshof als Facheinrichtung im Bereich der stationären Jugendhilfe einen guten Namen gemacht hat.